In der Nacht auf Montag werden zum 82. Mal die Oscars verliehen. Je neun Mal sind „The Hurt Locker“ und „Avatar“ nominiert. Leicht favorisiert ist erstgenannter Kandidat.
Bald wieder geht es um die berühmtesten Goldmänner der Welt. Ab 0.55 Uhr Schweizer Zeit werden im Kodak Theatre Trophäen verliehen und Tränen rollen – die der Gewinner und die der Verlierer.
Etwas aufgepeppt präsentiert sich die Gala gegenüber den letzten Jahren. Dies geschuldet dem anhaltenden Zuschauerschwund. Erstmals seit 1986 moderieren wieder zwei Personen die Gala: Alec Baldwin und Steve Martin. Dadurch erhofft man sich, an die glanzvollen Zeiten des Duos Walter Matthau/Jack Lemmon anzuknüpfen. Ein Wiedererkennungswert, der vor allem bei der älteren Generation wirken soll. Konterkariert wird dies durch Award-Präsentatoren wie Zac Efron, Miley Cyrus und Taylor Lautner. Damit soll endlich die abgewanderte Teenager-Zunft wieder vor dem TV-Bildschirm versammelt werden.
Eine einschneidende Änderung gibt es zudem bei den Nominationen zum besten Film. Anstelle von fünf Werken sind nunmehr zehn vertreten. So etwa mit „Up“ auch ein Animationsfilm. Dieses Genre wurde trotz starken Filmen, etwa „Wall-E“ im vorletzten Jahr, bisher stets übergangen. Durch die Erweiterung soll ein breiteres Repertoire um den Haupt-Oscar kämpfen können, was wiederum mehr Leute dafür interessieren soll.
Im Januar und Februar ging ein richtiger Verleihungs-Marathon über die Bühne. Produzenten- und Regiegilden sowie Kritikerverbände verliehen ihre Preise. Dadurch kristalisierten sich auch Favoriten heraus. Wurde „Avatar“ durch seinen Golden Globe-Gewinn in die Pole-Position gehievt, so gewann „The Hurt Locker“ bei den darauffolgenden Ehrungen zumeist das Duell. Der Kriegsfilm von Kathryn Bigelow werden daher grössere Chancen eingestanden als das futuristische Epos ihres Ex-Ehemanns James Cameron. Zudem könnte sie als erste Frau den Regiepreis bei den Oscars holen. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass „Inglourious Basterds“ (8 Nominationen), „Up In The Air“ (6 Nominationen) oder „Precious“ (6 Nominationen) den Überflieger dieses Jahrgangs stellt.
Untenstehend finden Sie eine Liste mit den Favoritennennungen in den Hauptkategorien sowie der des besten fremdsprachigen Films. Decken sich diese mit ihren Favoriten? Die Diskussion ist eröffnet.
Bester Film
„The Hurt Locker“ (Kathryn Bigelow)
Beste Regie
Kathryn Bigelow („The Hurt Locker“)
Bester Hauptdarsteller
Jeff Bridges („Crazy Heart“)
Beste Hauptdarstellerin
Sandra Bullock („The Blind Side“)
Bester Nebendarsteller
Christoph Waltz („Inglourious Basterds“)
Beste Nebendarstellerin
Mo’Nique („Precious“)
Bester fremdsprachiger Film
Das weisse Band (Michael Haneke), Deutschland